| Bad
Kissingen (pr) Ganz im Zeichen der Ritter wird die Bad
Kissinger Zelttheaterwoche vom 17. bis 22. Juni stehen. Im
"verflixten 7. Jahr" ist sie eigentlich der Rest von einst
vielen Jugendveranstaltungen, die inzwischen dem Rotstift
zum Opfer fielen. So wurden nicht nur 1,5 Arbeitsstellen in
der städtischen Jugendarbeit gestrichen, sondern auch Geld:
20 000 Euro weniger im Jahr 2002, 22 000 im laufenden
Geschäftsjahr. Allerdings sei das kein typisch Kissinger
Problem, relativierte Bernhard Sipek. Gespart werde
republikweit, so der der Leiter der Stadtjugendarbeit, und
zuerst natürlich bei Kinder- und Jugendkultur. "Diese
Vernachlässigungen kann man bereits spüren. Immer mehr
Kürzungen können nur noch durch ehrenamtliches Engagement
ausgeglichen werden", sagt Sipek. "Wenn der Bevölkerung an
solchen Sachen etwas liegt, ist Ehrenamt gefragt".
Ehrenamt und Partner sind
auch für den Ritter-Zirkus während der Zelttheaterwoche
gefragt. Viele Firmen wollen wieder mitmachen. Sogar einige
neue Helfer und Sponsoren wurden gefunden. Erstmals mit
dabei sind heuer der KiKiBu von der Landkreisjugendarbeit
und Jugendarbeiter aus dem der Nachbarlandkreis
Rhön-Grabfeld. Die Kunstmaler Lothar Gärtner und Alexander
Ruppert werden in einem Zelt täglich riesige Bilder mit den
Kindern erstellen. Das schönste wird versteigert, um die
kommende Zelttheaterwoche 2004 mitzufinanzieren.
Sichtbarer Höhepunkt der
2003er Zelttheaterwoche aber wird die Lui-Burg sein. Martin
Wirsing, bei der Stadt angestellter Erzieher, wird für eine
Woche mit Sack und Pack vom Abenteuerspielplatz oberhalb des
Ostringes in den Luitpoldpark ziehen. Einen Turm - er stand
bisher im Maisfeld von Stadtrat Otto Funk - bekam er
gespendet. In der Zeltwoche werden dann Häuser, Ställe,
Verließ und Burgmauer aus Brettern und Pappe im Park
entstehen. Dabei sollen die Kinder im Vordergrund stehen,
beteuert Sipek, nicht das Historische. Der
Noch-Stadtjugendarbeiter scheidet Ende des Monats aus
städtischen Diensten aus. Zwar versprach er, noch
ehrenamtlich mitzuwirken, die Leitung hat aber Silke Dorsch.
Bei ihr, bei der Leiterin des Jukuz, laufen in diesem Jahr
alle Fäden zusammen.
"Sie hat das Diensthandy
und so landet diesmal alles bei ihr" erläutert Sipek und
zählt noch schnell weitere Aktionen auf:
Am Eröffnungstag
marschieren die Ritter zum Baubeginn der Lui-Burg auf. Für
Mittwoch sind Ritter-Rallye und Ritterspiele geplant.
Höhepunkt ist am Donnerstag der "American Gladiator", der
allerdings auch in die Ritterzeit zurückversetzt wird. Die
Rootslöffel machen ab Donnerstag täglich Zirkus. Am Samstag
und Sonntag kommt zudem das Wasserbombenkatapult zum
Einsatz. Die die Lebenshilfe Nüdlingen führt Tänze vor,
Sabrina Tessari tanzt mit Kindern. Der Waldkindergarten
Fliegenpilz lädt zum Zuschauen und Mitmachen auf die
Äktschnwiese ein. |